BOOK: Neue Forschungen über die Landschlösser und Gutshäuser in Ost- und Westpreußen

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Topic
Friedrichstein
Type
Title Set
Title
Neue Forschungen über die Landschlösser und Gutshäuser in Ost- und Westpreußen
Language
DE
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Title
Neue Forschungen über die Landschlösser und Gutshäuser in Ost- und Westpreußen
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EN
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    Lorck zu den Proportionen von De Bodt:

    Schlodien:

    "In der zeitgenössischen Kopie des Originalentwurfs von Schlodien von 1701 () beträgt die Gesamtlänge 136 Maßeinheiten und die vorgeschobenen Seitenteile des H-förmigen Grundrisses haben 34 Einheiten. Das ist exakt das Vierfache, 34 x 4 = 136. Der Mittelrisalit hat mit dem Giebel die Höhe von 36, die vier Wandpfeiler daran mit Postament und Gebälk messen 28. Das ist nahezu exakt die Proportion von Major zum Minor in der Stetigen harmonischen Teilung (Freckmann, proportionen in der Architektur 1965, 15). Denn 36 multipliziert mit der Schlüsselzahl 0,618 ergibt 28.248.

    Weitere Harmonische Beziehungen weist der Grundriß auf (). Die Seitenteile des H-förmigen Grundrisses haben die Maße von 60 zu 34 (links) und 35 (rechts), das ist fast übereinstimmend die Proportion des Major zum Minor. Wenn man 60 mit 0,618 multipliziert, ergibt sich 37,08. Der Mittelrisalit zwischen den Risaliten der Seitenteile hat eine Länge von 64 und eine Tiefe von 41. Die Rechnung ergibt: 64 mal 0,618 = 39,552. Mit einer Abweichung von 1,5 herrscht auch hier die Harmonische Proportion zwischen Major und Minor. Selbst einer der Säle im rechten Seitenteil weist in seinen Innenmaßen die gleiche proportion auf. Der Saal hat eine Länge von 28 und eine Breite von 18 im innenmaß- Einigermaßen übereinstimmend ist das Resultat von 28 mal 0,618 = 17,304." S. 35 - 36.


    Friedrichstein:

    Friedrichstein von 1709 () hat einen langgestreckten, durch je drei Risalite an beiden Fronten gegliederten und akzentuierten Baukörper, der im Gesamthabitus durch die Ähnlichkeit mit der Gruppe des ostpreußischen Typus Wicken bodenständig wirkt.

    Die Hauptdimensionen sind nach ganzen Zahlen abgemessen. Die Gesamtlänge des Hauses ist mit 169 Einheiten das Dreifache der Höhe an der Auffahrtsseite bis zum Dachfirst mit 56. Die Seitenfronten der beiden Schmalseiten haben in der Mauer die gleiche Höhe und Breite, 46,5:47. Die Harmonische Proportion tritt auch hier wie in Schlodien auf. Die Seitenflügel des H-förmigen Grundrisses sind durch Innenmauern deutlich vom Hauptkörper getrennt. Sie haben im Grundriß (Richard Dethlefsen, Stadt- und Landhäuser in Ostpreußen, Taf. 42) eine Tiefe von 28 und eine Breite von 17,5. Berechnet ist 28 mal 0,618 gleich 17,304, also ist die Proportion die harmonische Teilung. Im Mittelrislait der Auffahrtsseite beträgt die Höhe der Säulen 30 und ist damit genau der Minor, zu dem als Major die Höhe bis zum Dachfirst mit 48 gehört. Berechnung: 48 mal 0,618 ist gleich 29,664. 

    Dieselbe Proportion tritt auch an einem geringfügigeren Detail des Schlosses auf. Die prachtvollen ovalen Dachgauben, welche die Mansardzone besetzen, haben in Höhe und Breite die gleichen Maßverhältnisse. Jede der 16 Dachgauben hat mit dem Ornamentrahmen eine Höhe von 59 Meßeinheiten und eine Breite 36,5 (Bild in C.v.L., Landschlösser 1965, 8). 59 mal 0,618 ergibt 36,461, aufgerundet 36,5. Auch diese Maße drücken die Harmonische Teilung unerwartet exakt aus. Gerade dieser Nachweis befestigt die Überzeugung, daß Jean de Bod beim Entwurf ausdrücklich und bewußt die Harmonische Proportion angewandet hat, um dem Bauwerk den sonst nicht erklärbaren reinen Wohlklang der Maßverhältnisse zu verleihen." S. 36.

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